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Tartu & Umgebung

Tartu – die junge und kreative Seele Estlands
Tartu ist keine gewöhnliche Stadt. Wer hierher kommt, spürt sofort eine besondere Atmosphäre – eine Mischung aus studentischer Leichtigkeit, jahrhundertealter Geschichte und moderner Kreativität. Die Straßen sind voller Kunst, die Cafés voller Ideen und die Stadt selbst ein lebendiges Labor des Lernens und Entdeckens.
Tartu liegt im grünen Süden Estlands, am ruhigen Fluss Emajõgi, der wie ein silbernes Band durch die Stadt fließt. Umgeben von sanften Hügeln, historischen Parks und weitläufigen Wäldern bildet Tartu das Tor zum traditionsreichen Setomaa und den Dörfern am Peipussee.
Tartu wurde erstmals 1030 erwähnt und zählt zu den ältesten Städten Nordeuropas. Im Mittelalter entwickelte sich hier ein wichtiger Handelsplatz der Hanse. 1632 gründete der schwedische König Gustav II. Adolf die Universität Tartu, die bis heute das Herz und Hirn der Stadt ist. Kriege, Brände und politische Umbrüche prägten Tartu – doch die Stadt hat stets die Fähigkeit bewiesen, sich neu zu erfinden. Heute ist Tartu UNESCO-Stadt der Wissenschaft, Europas Kulturhauptstadt 2024 und einer der spannendsten Orte im Baltikum.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Tartus:
  • Rathausplatz (Raekoja plats) - der Platz scheint direkt aus einem kinderfreundlichen Märchenbuch entsprungen zu sein: bunte Fassaden, gemütliche Cafés, Kopfsteinpflaster und das rosafarbene Rathaus, das wie ein lächelnder Gastgeber wirkt.
  • Brunnen „Küssende Studenten“- keine Postkarte aus Tartu ohne diesen Brunnen! Er zeigt ein sich küssendes Paar unter einem Regenschirm – Symbol für Liebe, Neuanfang und die jugendliche Energie, die Tartu prägt.
  • Universität Tartu - eine der ältesten Universitäten in Nordeuropa. Hier studierten und lehrten große Wissenschaftler, Philosophen und Dichter. Der klassizistische Haupteingang sieht aus wie der Eingang in eine Welt des Wissens. Besonders beeindruckend: die historische Aula, das Anatomische Theater und das Observatorium am Domberg.
  • „Das Schiefe Haus“ - ein Gebäude, das sich so sehr neigte, dass man fast denkt, es würde gleich umfallen – und genau deshalb ist es Kult! Heute beherbergt es ein modernes Kunstmuseum mit wechselnden Ausstellungen. Perfekt für ungewöhnliche Fotoaufnahmen.
  • Johanniskirche (Jaani kirik) -ein seltenes gotisches Juwel mit über 1000 Terrakottafiguren – jede davon ein Unikat. Die Figuren stellen Heilige, Tiere und mystische Wesen dar.
  • Domberg (Toomemägi) - der historische Hügel ist Tartus romantischste Ecke: alte Bäume, verwunschene Pfade, Universitätsgebäude und eine Atmosphäre, die an alte europäische Universitätsstädte wie Heidelberg oder Oxford erinnert.
  • Domkirchenruine - eine mächtige gotische Kathedrale, von der heute beeindruckende Mauern und Türme stehen. Bei Sonnenuntergang wirkt die Ruine wie eine Filmkulisse.
  • AHHAA-Zentrum - das größte Wissenschaftszentrum im Baltikum: Planetarium, interaktive Experimente, optische Illusionen, Technik zum Ausprobieren. Ein Paradies für Familien und neugierige erwachsene Besucher.
 
Peipussee – wo Estland und Russland sich im Wasser spiegeln
Der Peipussee ist einer der größten Seen Europas und bildet einen bedeutenden Natur- und Kulturraum an der Grenze zwischen Estland und Russland. Der See ist für seine weiten Uferzonen, ruhigen Strände und traditionellen Fischerdörfer bekannt. Die Region wirkt offen, weitläufig und bietet Besuchern einen guten Einblick in das ländliche Leben im Osten Estlands.
Besonders charakteristisch sind die russischen Altgläubigen, die seit dem 17. Jahrhundert am Peipussee leben. Sie haben viele ihrer alten religiösen und kulturellen Traditionen bewahrt. Typisch für ihre Dörfer sind farbige Holzhäuser, gepflegte Gemüsegärten und die bekannten Zwiebelfelder, die seit Generationen angebaut werden. Auch heute prägen Fischerei, Landwirtschaft und handwerkliche Traditionen den Alltag der Gemeinden.
 
Dörfer und Orte rund um den Peipussee
  • Varnja - ein traditionelles Altgläubigen-Dorf mit typischer Holzarchitektur. Entlang der Hauptstraße liegen schmale Grundstücke, Gärtchen und Wirtschaftsgebäude, wie sie für die Siedlungen der Altgläubigen charakteristisch sind. Varnja bietet Besuchern einen direkten Einblick in das alltägliche Leben dieser historischen Gemeinschaft.
  • Kolkja - bekannt für das Zwiebelmuseum und die lange Tradition des Zwiebelanbaus. Das Dorf ist ein wichtiges Zentrum der Altgläubigen-Kultur am Peipussee. Lokale Fischgerichte und kleine Verkaufsstände vermitteln ein authentisches Bild der regionalen Küche und Landwirtschaft.
  • Alatskivi - der Ort wird durch das Schloss Alatskivi geprägt – einen historistischen Bau des 19. Jahrhunderts, der nach schottischem Vorbild entworfen wurde. Das Schloss ist heute ein kulturelles Zentrum und von einem weitläufigen Park umgeben. Der Ort eignet sich gut für Besucher, die sich für Architektur und Regionen­geschichte interessieren.
  • Kallaste ist vor allem für seine roten Sandsteinfelsen am Ufer des Peipussees bekannt. Der Ort hat eine kompakte, übersichtliche Struktur und spiegelt die historische Siedlungskultur der Altgläubigen wider. Die Uferzone eignet sich für kurze Spaziergänge und Fotostopps.
  • Mustvee wird häufig als „Stadt der fünf Kirchen“ bezeichnet, da hier mehrere religiöse Gemeinschaften vertreten sind – estnische, russische und altgläubige. Die Stadt verfügt über einen kleinen Hafen, eine Uferpromenade sowie gute Möglichkeiten für Bootsausflüge auf den Peipussee.
  • Kauksi ist der wichtigste Badeort am Peipussee. Der breite Sandstrand und die weitläufigen Dünen gehören zu den beliebtesten Sommerzielen in Ostestland.
 
Piirissaar – die mystische Insel
Insel Piirissaar ist die größte Insel im Peipussee und gehört zur Gemeinde Tartu. Sie ist bekannt für ihre traditionelle Siedlungsstruktur, die Kultur der Altgläubigen und ihre artenreiche Natur. Die Insel ist nur per Boot erreichbar. Im Sommer verkehren regelmäßige Linienboote von Laaksaare (ca. 67 km von Tartu entfernt). Es ist auf der Insel unpraktisch, mit dem Auto zu fahren. Daher ist es besser, das Fahrzeug auf dem kostenpflichtigen Parkplatz im Hafen von Laaksaare abzustellen und Piirissaar zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erkunden. Kihnu Veeteed betreibt die Fährverbindung zwischen Laaksaare und Piirissaar. Die Überfahrt mit der Koidula dauert je nach Wetterbedingungen etwa 45–60 Minuten.
 
Otepää – die Winterhauptstadt Estlands
Otepää liegt im hügeligen Südosten Estlands und ist vor allem als Wintersportzentrum bekannt. Die Region ist von sanften Hügeln, klaren Seen und ausgedehnten Wäldern geprägt. Im Winter zieht Otepää Skifahrer, Biathleten und Snowboarder an: Loipen und Pisten sind gut gepflegt, und Wettbewerbe auf internationalem Niveau finden regelmäßig statt.
Im Sommer verwandeln sich die Hügel in grüne Wiesen und Wanderwege bieten abwechslungsreiche Strecken für Spaziergänger, Radfahrer und Naturliebhaber. Zahlreiche Seen laden zum Schwimmen, Angeln oder Bootfahren ein. Otepää ist also ein Ganzjahresziel für Sport- und Naturfreunde.
 
Schloss Sangaste
Das Schloss Sangaste ist ein beeindruckendes Herrenhaus im englischen Stil, das im 19. Jahrhundert erbaut wurde und von Windsor Castle inspiriert ist. Besonders bemerkenswert ist die Geschichte des ehemaligen Besitzers, der als „Roggenkönig“ Estlands bekannt wurde und sich der Züchtung von Winterroggen widmete. Heute ist das Schloss ein kulturelles Zentrum: Besucher können den Park, die prächtigen Innenräume und wechselnde Ausstellungen besichtigen.
 
Suur Munamägi
Mit 318 Metern ist der Suur Munamägi der höchste Punkt der baltischen Staaten. Auf dem Aussichtsturm eröffnet sich ein Panorama über die sanften Hügel Südestlands, weite Wälder und idyllische Seenlandschaften. Besonders bei klarer Sicht ist die Aussicht beeindruckend und vermittelt ein Gefühl für die Weite und Naturschönheit der Region.

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